Auf geht’s in die fünfte Jahreszeit

Auf geht’s in die fünfte Jahreszeit

ESC Kempten startet in Königsbrunn in die Playoffs

Auch wenn für die Narren und Faschingsbegeisterten landauf und landab deren fünfte Jahreszeit am Aschermittwoch gerade erst zu ende ging so beginnt sie jetzt für die Eishockeyteams und Fans. Playoffs heißt das Zauberwort. Darauf hat man die ganze Vorrunde über hingearbeitet. Hier belohnt man sich für die monatelange Schinderei. Und hier werden Helden geboren und Meister gemacht. Kein taktieren mehr, keine Zurückhaltung. Alles oder nichts, es zählt nur noch der Erfolg. „Do or die“ werden diese Spiele im englischen so treffend bezeichnet. Und auch wenn das doch sehr martialisch klingt,  drückt es doch den Kern der Sache perfekt aus. Entweder Du gewinnst oder Du stirbst sportlich, so einfach ist das in den Ausscheidungsspielen.

Mit dem amtierenden Meister der Bayernliga, dem EHC Königsbrunn haben die Kemptener natürlich einen richtig dicken Brocken vor der Brust. Allerdings gibt es in der jetzigen Saisonphase eh keine leichten Gegner, jeder der es in dieser starken Liga unter die besten acht geschafft hat ist eine top Mannschaft. Auf dem Papier ist das Duell zwischen den Augsburger Vorstädtern und den Allgäuern sehr ausgeglichen. Gerade mal ein einziger Punkt (61 / 60) trennen die beiden Teams nach der Vorrunde. Königsbrunn hat ein paar Tore mehr erzielt, Kempten dafür weniger kassiert. Bei den special Teams ist es sowohl bei den Überzahl wie auch bei den Unterzahlformationen fast exakt ausgeglichen. Auf der Torhüterposition steht mit Jakob Nerb der aktuell beste Bayernligakeeper zwischen den Kemptener Pfosten. Bei den Brunnenstädtern scheint die ehemalige Kaufbeurer DEL2 Legende Stefan Vajs rechtzeitig zu den Playoffs wieder fit zu sein, er musste in der Vorrunde immer wieder angeschlagen aussetzen. Auch bei den Begegnungen in der Vorrunde steht es unentschieden. Kempten konnte sein Heimspiel mit 4:1 gewinnen, Königsbrunn hielt sich beim 5:3 zuhause schadlos.

Was wird also den Ausschlag geben? Für Königsbrunn spricht die Erfahrung aus den Playoffs im letzten Jahr, die mit dem Titel gekürt wurden. Auch im Kader gab es im Vergleich zum Vorjahr nur wenig Veränderung ,so dass eine eingespielte Mannschaft auf das Team von Sven Curmann wartet. Der Coach der Sharks hat im Laufe der Saison gezeigt wie wichtig er für das Team ist und aus einer neu zusammengestellten Truppe ein eingeschworenes Team geformt. Sein Gegenüber Robert „Bobby“ Linke kennt die Sharks aus unzähligen Spielen bereits als Trainer in Bad Wörishofen und Ulm bestens.

Letztendlich wird es auf das Momentum ankommen. Wer kommt nach den zwei Wochen Wettkampfpause zuerst wieder in den Flow? Wer ist heiß genug darauf die Serie zu gewinnen und wer ist bereit auch über die berühmten 100 Prozent zu gehen. Maximal sieben Spiele haben die beiden Kontrahenten Zeit die erforderlichen vier Siege bis zum Erreichen des Halbfinales zu holen. Viele Experten sprechen von einer ausgeglichenen und vermutlich langen und engen Serie.

Die Wahrheit liegt aber wie immer auf dem Eis und allerspätestens am fünften März, dem Termin für Spiel sieben, werden es alle wissen.

5 Punkte Wochenende der LADIES

5 Punkte Wochenende der LADIES

Ein hartes Stück Arbeit

 

Lady Sharks bezwingen die Wildcats aus  Lustenau mit 3:2 nach Penaltyschießen

 

 

International wurde es am Freitagabend in der ABW Arena zu Kempten. Zwar reicht es für die Allgäuer Damen noch nicht ganz für die Champions League, aber durch den Vergleich mit dem EHC Lustenau aus Österreich  wehte doch ein gewisses internationales Flair durch die altehrwürdige Eishalle an der Memminger Straße. Das Team aus Vorarlberg ist über den BEV auch in der Verzahnungsrunde der Landesliga Bayern vertreten.

Die Intensität der Partie war auf jeden Fall sehr hoch. Die Gäste aus dem Nachbarland zeigten sich sehr lauf- und zweikampfstark und legten auch eine gesunde Härte und Bissigkeit an den Tag. Kempten musste alles aufbieten um dagegen zu halten. Über 60 Minuten konnte man keine der beiden Mannschaften als die bessere ausmachen, zu ausgeglichen die Partie. Das so gerne zitierte Momentum wechselte fast im Minutentakt hin und her. Vor allem war es ein Spiel zweier starker Torhüterinnen, Alexandra Barmasev im Kemptener Gehäuse sowie Ihr Gegenüber  Sabrina Anderle standen sich in nichts nach und überzeugten mit etlichen starken Paraden. So war auch bereits mehr als die Hälfte des Spiels absolviert bis der erste Treffer fiel. Laura Zingerle brachte die Gäste in Führung. Es dauerte allerdings nicht lange da brachte Tamara Kajah ihre Farben mit dem Ausgleich auch auf die Anzeigetafel. Unglücklich dann die erneute Führung der Österreicherinnen durch Celyn Minoiu mit einem Konter unmittelbar vor der zweiten Pause. Melanie Zobatschew konnte im Schlussdrittel erneut ausgleichen, dabei blieb es dann aber nach 60 Minuten. Unter dem Strich eine gerechte Punkteteilung zweier starken Mannschaften. Im Penaltyschießen konnte Barmasev dann alle drei Penaltys parieren während ex Nationalspielerin Tanja Eisenschmid für den viel umjubelten Siegtreffer sorgte. Dieser bringt nebenbei auch die Tabellenführung der Lady Sharks in der Landesliga Verzahnungsrunde.

Statistik:

ESC Kempten – EHC Lustenau 3:2 (0:0,1:2,1:0,1:0)

Tore:

0:1 Zingerle (33.),

1:1 Kajah (Kullmann S.)(37.)

1:2 Minoiu (Schoch)(40.),

2:2 Zobatschew (Eisenschmid)(45.),

3:2 Eisenschmid (P)

Strafminuten:

ESC Kempten: 8

EHC Lustenau: 10

Zuschauer: 35

5 Punkte Wochenende und ein Shutout 

Lady Sharks überzeugen beim 4:0 Sieg in Dingolfing

 

Rückspiel an der Isar, erst vor einer Woche waren die Niederbayerinnen zu Gast im Allgäu. Und wenn es auch nicht erneut zweistellig wurde wie beim 10:4 vor Wochenfrist so gab es doch während der 60 Minuten kaum Zweifel wer das Eis als Sieger verlassen würde.

Gerade mal 22 Stunden nach der kräftezehrenden Partie der Allgäuerinnen gegen den EHC Lustenau stand die Partie an der Isar auf dem Plan. Von Müdigkeit allerdings gar keine Spur, von der ersten Minute an ging es mit viel Tempo in Richtung des Tores der Hausherrinnen. Tanja Eisenschmid, Manuela Geiger und Sonja Kullmann sorgten mit drei Treffern im Startdrittel auch schnell für klare Verhältnisse auf dem Scorebord. Und wenn Kempten auch ob der klaren Überlegenheit und zum Kräfte sparen nun nicht mehr ganz so offensiv zu Werke ging hatte man das Spiel gut unter Kontrolle. Carolina Kullmann sorgte im Schlussdrittel noch für den Endstand von 0:4, damit ließ man es dann auch beruhen. Ein Extralob gab es für Torhüterin Alexandra Barmasev, die hinten nichts anbrennen ließ und sich dafür mit einem Shutout belohnte. Ein 5 Punkte Wochenende und der dritte Sieg in Folge festigen die Tabellenführung. Die Allgäuerinnen gegen somit gut gerüstet in das Spitzenspiel gegen den Tabellenzweiten ETC Crimmitschau am nächsten Samstag in Kempten.

Statistik:

Dingolfinger EC – ESC Kempten 0:4  (0:3,0:0,0:1)

Tore:

0:1 Eisenschmid (Russler J.)(7.),

0:2 Geiger (Eisenschmid,Kullmann C.)(16.),

0:3 Kullmann S. (Kullmann C.)(18.),

0:4 Kullmann C. (Kullmann S.)(47.).

Strafminuten:

Dingolfinger EC: 12

ESC Kempten: 8

Zuschauer: 40

ESC Kempten 1B unterliegt gestärkten Mammuts

ESC Kempten 1B unterliegt gestärkten Mammuts

Sharks noch auf Platz 4 

Nach dem klaren Sieg der Sharks im Hinspiel war die 1B der Schongauer Mammuts auf Revanche aus. Mit Keil, Saal und Weber hatte man sich aus dem Bayernligakader verstärkt.

Von Beginn an waren die Hausherren gefährlich. Kempten konnte dagegenhalten. Im Mittelabschnitt nutzten die Mammuts einen Konter zur 1:0-Führung. Wenig später folgte das 2:0 und in Unterzahl wieder per Konter das 3:0.

Auf Seiten der Sharks lief es nicht wie gewünscht. Das nötige Glück im Abschluss blieb aus und Chancen sowie Überzahlsituationen ungenutzt. Abgeklärtere Schongauer holten sich verdient die Punkte.

Für die 1B ist damit die Saison beendet. Aktuell mit einem guten 4. Platz. Allerdings können der HC Maustadt und der ESV Bad Bayersoien Kempten überholen – beide haben noch zwei Spiele ausstehen.

Das Team der Sharks bedankt sich bei Trainer Martin von Sigriz, allen Betreuern und ehrenamtlichen Helfern für die ausgezeichnete Unterstützung – nur so war eine gute Saison möglich und oft Spitzenpositionen in der Tabelle.

Statistik:

EA Schongau 1B: ESC Kempten 1B 3:0 (0:0,3:0,0:0)

Tore:

1:0 Halmbachrer (Conhoff, Schade)(25.),

2:0 Conhoff (Saal, Halmbacher)(32.),

3:0 Garber (Keil)(39.).

Strafminuten:

ESC Kempten: 6

EA Schongau: 10

Zuschauer: 18

Bericht: Florian Gaukel

Fotos: Bianca Ostenried

Der Chef bleibt an Bord

Der Chef bleibt an Bord

ESC Kempten trifft bereits die wichtigste Personalentscheidung für die kommende Saison

 

Auch wenn am Freitag gerade einmal die erste Partie einer hoffentlich langen Playoff Phase in der Eishockey Bayernliga ansteht so geht der Blick der ESC Verantwortlichen doch weit voraus. Wie es die Allgäuer Zeitung bereits exklusiv vermeldete, wurde der Vertrag mit Trainer Sven Curmann bereits jetzt um ein Jahr verlängert. An der Iller ist man absolut zufrieden mit der ersten Saison des Landsbergers als „Chef“ hinter der Bande. Auch wenn Curmann immer wieder betont das es ein Team ist welches gemeinsam die Erfolge wie auch die „wenigen“ Misserfolge erringt, so braucht es doch als wichtigsten Part den Mann der das System und die Richtung vorgibt, Entscheidungen auch während des Spiels trifft, aus erfahrenen Topspielern und jungen Talenten eine Einheit formt und gerade die jungen Spieler fördert und weiterentwickelt.

All dies vereint der 40 jährige Coach perfekt, so dass es laut sportlichem Leiter Ervin Masek jr. gar keine große Frage war den Vertrag bereits jetzt zu verlängern. Auch Curmann selbst hat Gefallen gefunden an seiner Aufgabe, die wie er zugibt am Anfang etwas holprig war. Aus vielen neuen Spielern mit einem neuen Trainer eine Einheit zu formen dauert einfach etwas. In der Vorbereitung lief es noch nicht so rund, aber sein Team hat von Spiel zu Spiel dazugelernt und sich gefunden. Mit der Vorrunde ist der Coach sehr zufrieden, in der wohl stärksten Bayernliga der letzten Jahre steht sein Team am Ende auf Rang 5 und hat die direkte Playoff Qualifikation geschafft . Mit dem besten Torhüter, der zweitbesten Defensive und Platz drei bei den Zuschauerzahlen zeigt man was in Kempten möglich ist. Sein großer Wunsch für die Playoffs sind noch mehr Zuschauer im Stadion, welche die Mannschaft als siebter Mann lautstark unterstützen. Dann sollte es auch damit klappen das in Kempten in diesem Frühjahr noch möglichst lange Eishockey gespielt wird.

Dem Verein und der Mannschaft tut die Konstanz auf der Trainerposition gut. Zu viele Trainerwechsel und zu viel Unruhe um die Position der Übungsleiter in den letzten Jahren übertrugen sich immer wieder auf das Team. Der eingeschlagene und vorgegebene Weg, in Kempten langfristig etwas erfolgreiches auf die Beine zu stellen, kann somit in Ruhe weiter beschritten werden. und vielleicht ist es für die anstehenden Playoffs auch von Vorteil wenn die Trainerfrage bei allen Beteiligten nun bereits aus dem Kopf ist.

Gehen gut vorbereitet in die Playoffs

Gehen gut vorbereitet in die Playoffs

Der sportliche Leiter des ESC Kempten Ervin Masek jr. gibt im Interview einen Einblick in  sein Empfinden nach der Vorrunde der Eishockey Bayernliga

 

 

 

Es ist gefühlt noch gar nicht lange her da sind wir mit viel Spannung in die Vorbereitung zur Saison gestartet. Und kaum schaut man sich einmal um, ist die Vorrunde auch bereits Geschichte. Zeit für uns mal ein kleines Resümee zu ziehen.

 

Wie sieht Dein Fazit denn aus nach den ersten 30 Spielen?

Rückwirkend betrachtet können wir mit der Vorrunde mehr als zufrieden sein. Wir hatten mit zwei Siegen einen ziemlich guten Start in die Saison. Die erste Niederlage kam am dritten Spieltag gegen Erding, wobei man in diesem Spiel schon ansatzweise gesehen hat zu was die Mannschaft fähig ist. Wir konnten bis auf Erding alle Mannschaften in der Bayernliga mindestens einmal schlagen. Sogar gegen Mannschaften mit denen wir uns in der Vergangenheit schwergetan haben, haben wir eine souveräne Leistung abgeliefert und Spiele gewonnen. Dieses Jahr ist die gesamte Liga enorm ausgeglichen. Trotz konstanter Leistungen und regelmäßiger Punkteausbeute konnten wir uns nie ausruhen oder einen komfortablen Vorsprung erspielen, so dass wir bis zum letzten Spieltag um einen direkten Playoffplatz gekämpft haben.Was mich enorm freut ist, dass wir uns statistisch in allen Belangen zum Vorjahr verbessert haben. Wir haben die zweitwenigsten Tore der Liga bekommen, wir haben eines der besten Penalty Killing der Liga und auch in anderen Statistiken gehören wir zur oberen Tabellenhälfte. Das attraktive Eishockey, welches wir dieses Jahr in Kempten spielen, bringt natürlich auch Zuschauer und Stimmung in die Halle, was ebenfalls enorm wichtig für die Jungs ist. Die Fans unterstützen uns bei Heim- sowie Auswärtsspielen lautstark und wir zahlen es ihnen sportlich zurück. Jetzt gilt es, all das positive aus der Vorrunde in die Playoffs mitzunehmen. Die Jungs haben 30 Spieltage hart für die Playoffs gearbeitet und nun gilt es, sich für die harte Arbeit zu belohnen.        

 

Ihr habt den Kader massiv verändert und es hat natürlich ein bisserl gedauert bis sich alles gefunden hat. Ab wann hast Du das Eishockey gesehen dass Ihr Euch gewünscht und vorgestellt habt?

Die Kaderverjüngung und Veränderung im Sommer war natürlich extrem. Wir haben aus einer Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von über 28 Jahren eine Mannschaft mit 24 Jahren im Durchschnitt gebildet. In Verbindung mit einem neuen Trainer braucht dies natürlich ein bisschen Zeit, bis sich alles in der Kabine aber auch auf dem Spielfeld positiv auswirkt und einspielt. In der Vorbereitung lief das eine oder andere noch nicht ganz nach unseren Vorstellungen. Durch den offenen Austausch zwischen dem Trainerteam und der sportlichen Leitung haben wir aber immer die Fehler analysiert, aufgearbeitet und diese dann Step by Step abgestellt. Im Sport passieren Fehler, die darf auch jeder Spieler machen und daraus lernen und besser machen, dass ist dann der Fortschritt den die Mannschaft durch die Hauptrunde gemacht hat. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass man schon früh in der Hauptrunde die Handschrift des Trainers sehen konnte.

 

Die Frage wie zufrieden bist Du mit dem Saisonverlauf bis jetzt ist vielleicht zu einfach. Fragen wir anders: Hast Du vor der Saison fest damit gerechnet dass die Jungs die direkte Playoffqualifikation schaffen?

Es war lediglich mein großer Wunsch. Um mich in die Zeit vor der Saison zurückversetzten: Ganz ehrlich, ich habe mit gar nichts gerechnet. Ich persönlich bin in der Funktion des sportlichen Leiters neu, und daher war ich sehr vorsichtig mit irgendwelchen Prognosen. Ich habe es einfach auf mich zukommen lassen. Das Ziel nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben hatte ich aber natürlich im Hinterkopf. Mit den zunehmenden Spielen und der Spielweise, die die Mannschaft an den Tag gelegt hat, war ich aber von Spieltag zu Spieltag mehr davon überzeugt, dass wir in die TOP6 gehören und dies auch schaffen werden. Was wir am Ende des Tages auch verdient haben.  

 

Man hat mit den letztjährigen Oberligisten Klostersee und Landsberg, dem Meister Königsbrunn, Miesbach, Peißenberg, Amberg oder Buchloe alle Teams aus dem sehr engen Mittelfeld mindestens einmal geschlagen und befindet sich somit auf Augenhöhe mit diesen starken Gegnern. Da muss man doch einfach sehr zufrieden sein? Oder siehst Du noch Potential wo sich die Jungs für die und in den Playoffs verbessern können?

Hier halte ich mich mit meiner Antwort relativ knapp. Die Hauptrunde hat gezeigt, dass jeder Gegner schlagbar ist. Playoffs haben eigene Regeln und wir gehen voller Zuversicht in die erste Serie. Ich denke, die Hauptrunde hat uns alles abverlangt und wir gehen gut vorbereitet in die Playoffs. 

 

Wer und was im und um das Team hat Dich denn besonders überrascht?

Ich denke nicht dass es fair wäre, einzelne Spieler aus dieser Mannschaft explizit zu loben. Ich habe von Anfang an an die Qualität der Jungs geglaubt. Man muss auch mal eine Saison wie die letzte verdauen, und dies haben vor allem die Spieler aus dem letztjährigem Kader sehr gut gemacht und zur alten Stärke zurückgefunden. Grundsätzlich kann man sagen, dass die Jungs zu einer Einheit geworden sind, welche als Team auftritt, zusammen Spiele gewinnt und auch zusammen verliert. Ich habe leider keinen Vergleich zu den vergangenen Jahren, aber der Teamgeist in der Mannschaft und der Zusammenhalt sind schon enorm gut, was uns meiner Meinung nach auch eine hervorragende Vorrunde beschert hat.

 

Es gab mit Jonas Mikulic und Colin Witting zwei sehr frühe Ausfälle für den Rest der Saison, dazu nun auch noch Max Miller. Dazwischen Joonas Sillanpää, Danny Schubert und Luca Mayer mit langwierigen Verletzungen. Es geistern in den Medien und Fankreisen ja immer viele Namen, zum Teil auch von ehemaligen Spielern, die man doch anfragen und verpflichten könnte um den Kader wieder auf die Ausgangsstärke zu bringen. Wie sehen dazu die Pläne aus, das Transferfenster ist ja noch bis Mitte Februar geöffnet. Wird es noch die ein oder andere Verstärkung geben?

Die Ausfälle von Colin und Jonas am Anfang der Saison waren natürlich nicht erfreulich für uns. Wir hatten aber dann die Möglichkeit Max Miller zunächst mit Förderlizenz und dann auch fix zu verpflichten und somit wieder mehr Tiefe und Qualität in den Kader zu bringen.

In deiner Frage sprichst Du wohl auch konkret Verteidiger an, die in der Vergangenheit in Kempten gespielt haben. Grundsätzlich haben wir uns mit der Thematik natürlich auseinandergesetzt, als die Diagnose von Joonas Sillanpää kam. Das war eine wirklich schwierige Zeit mit viel Gesprächen zwischen der sportlichen Leitung und dem Trainerteam. Am Ende haben wir uns gemeinsam entschieden, keinen weiteren Spieler zu verpflichten und der bestehenden Mannschaft zu vertrauen. Auch diese Entscheidung war ein gewisses Risiko. Zwar standen wir in der Tabelle sehr gut da, hatten aber nach dem Ausfall von Joonas eine kleine Negativserie. Die Mannschaft hat das aber sehr gut gemeistert, und den Ausfall von Joonas sehr gut kompensiert. Das zeigte uns erneut, wie viel dieses Jahr möglich ist. Wir planen für den Rest der Saison keine weiteren Verstärkungen. Wir vertrauen, so wie auch die Saison über, dieser Mannschaft. Die Jungs, die aktuell auf dem Eis stehen haben sich die Playoffs erkämpft und verdienen es auch das Highlight der Saison zu spielen.

 

Schauen wir mal über den Tellerrand hinaus. Die Playoffs werden natürlich am Ende mit einem Meister gekrönt, der die Chance hat in die Oberliga aufzusteigen. Die Oberliga zeigt uns aber auch Jahr für Jahr durch Insolvenzen ihrer Vereine (Aktuell in der vorletzten Woche Bayreuth) was für ein Risiko sie tatsächlich ist. Macht Ihr Euch denn Gedanken in diese Richtung, oder spielt das in der Planung aktuell keine Rolle?

Die Oberliga spielt in unserer Planung aktuell keine Rolle. Wie auch schon vor der Saison gesagt, möchten wir uns in der Zukunft bei den TOP Vereinen der Bayernliga etablieren und regelmäßig in den Playoffs weit kommen. Die Schere zwischen den Vereinen in der Oberliga und der Bayernliga ist aktuell zu groß für uns. Ich denke wir haben mit der Bayernliga eine sehr starke und attraktive Liga, welche auch den Zuschauern enorm viel Freude bereitet. Die Voraussetzungen in Kempten sind Stand heute nicht dafür geschaffen, um in der Oberliga ein Wörtchen mitzureden.

 

Es geht nun im Viertelfinale gegen Königsbrunn, wie siehst Du die Chancen in der Best of Seven Serie und was macht Dich zuversichtlich dass in der ersten Runde noch nicht Schluss für die Sharks ist?

Der Charakter dieser Mannschaft und die aktuelle Stimmung macht mich zuversichtlich, dass in der ersten Runde nicht Schluss ist. Königsbrunn hat eine erfahrene Mannschaft, die weiß, wie man Playoffs spielt. Im Grunde hat sich die Mannschaft über den Sommer nicht viel verändert, tendenziell eher verstärkt. Wenn es uns gelingt, über die komplette Serie eine konzentrierte Leistung an den Tag zu legen, bin ich zuversichtlich, dass wir die Serie gewinnen.

 

Wer ist denn für Dich der Favorit auf den Meistertitel? Ist es tatsächlich Erding, so klar wie die Vorrunde gelaufen ist, oder hast Du ein anderes Team auf dem Zettel?

Naja, eine Favoritenrolle musst Du Dir erspielen. Und das hat Erding eindrucksvoll gemacht. Grundsätzlich sind aber auch die Gladiators nicht unschlagbar. Da muss schon vieles zusammenpassen damit du auch Meister wirst. Wir werden sehen. Der Sport im allgemeinen  und natürlich auch das Eishockey sind immer für eine Überraschung gut.

 

Auch in der Abstiegsrunde wird es heiß her gehen, da stehen Teams drin die man vor der Saison stärker eingeschätzt hat. Und auch die Teams am Tabellenende haben sich inzwischen zum Teil verstärkt und in den letzten Spielen gezeigt dass sie bereit sind für den Kampf gegen den Abstieg. Wer wird nach Deiner Meinung den Weg in die Landesliga nehmen müssen?

Es wird auch in der Abstiegsrunde sehr spannend. Im Vorfeld eine Mannschaft als Absteiger abzustempeln, ist meiner Meinung nach falsch. Wobei man sicher sagen muss, dass durch die aktuelle Situation und die vielen Abgänge Dorfen in der schwierigsten Situation ist.

 

Und zum Abschluss noch eine ganz persönliche Frage, würdest Du mit dem Wissen von heute alles wieder so machen, oder würdest Du Entscheidungen in Deinem Bereich anders treffen?

Ich würde die Entscheidungen genau so wieder treffen, wie wir das als Team im Sommer gemacht haben. Natürlich hat mich die Arbeit in der sportlichen Leitung vor die eine oder andere Herausforderung gestellt und einige Punkte aufgedeckt, die noch nicht ganz nach meiner Vorstellung laufen. Das gilt es für die Zukunft zu verbessern. Jetzt aber freue ich mich auf die Playoffs und hoffe, dass alle Zuschauer und Fans zusammen unsere Mannschaft auch für geile Hauptrunde mit lautstarker Unterstützung im Stadion besuchen! Die Spieler und wir alle, die so viel Arbeit in den Verein stecken, würden uns für die Playoffs eine volle Halle wünschen.

Also auf ins Stadion!